Einsendeklausuren einwandfrei formulieren

Jura – Deutsch, Deutsch – Jura: So schreiben Sie verständlich und richtig

Mit dem Begriff Juristendeutsch verbinden wir die, auf Nicht-Juristen oftmals befremdlich wirkende, sehr eigene Sprache der Rechtsgelehrten. Geht es um rechtliche Sachverhalte, müssen Sie als angehender Berufsbetreuer Juristendeutsch, also die Formulierungen in Gesetzestexten und Urteilen, verstehen und selbst anwenden können.

Doch das fällt gerade juristischen Laien anfangs schwer. Andererseits ist der Umgang mit juristischen Sätzen und Fachbegriffen gerade für gute Noten in Ihren Einsendeaufgaben und in der Abschlussklausur enorm wichtig. Corinna Hell, Fernlehrerin der BeckAkademie Fernkurse und Rechtsanwältin, geht in Ihrem Leitfaden „Wie Sie Ihre Einsendeklausuren richtig lösen“ sogar noch weiter: Der Schreibstil des Prüflings trage, so Hell, wesentlich zum Erfolg einer Klausur bei.

Tatsächlich sollten Sie in der Klausur verständlich schreiben, dennoch aber juristische Begriffe verwenden. Sie sollten zwar keine literarisch hochstehenden Werke verfassen, jedoch klar und verständlich formulieren. Wenn Sie bei dem Studium von Urteilen auf unverständliche Satzgebilde stoßen, sollten Sie diese für Ihre juristische Klausurbearbeitung nicht wiederholen.

Gleiches gilt für Ihre spätere Praxis: Bringen Sie das, was Sie sagen wollen, auf den Punkt. Das gelingt Ihnen am besten mit einer klaren Sprache, mit der Sie Ihre eigenen Gedanken gut strukturieren können.

Tipps für Ihre Klausurbearbeitung:

  • Vermeiden Sie überlange Schachtelsätze: Kürzen Sie Sätze, die über sechs Zeilen und mehr gehen, und bilden Sie daraus zwei oder mehr Sätze.
  • Formulieren Sie kurze und verständliche Sätze: Verwenden Sie lieber einfache Hauptsätze oder Hauptsätze mit einem Nebensatz.
  • Vermeiden Sie überflüssige Füllwörter: damit sind nichtsagende Formulierungen, wie „auch“, „offensichtlich“, „zweifelsohne“ gemeint.
  • Schreiben Sie flüssig und locker: Sie können verschiedene Satzanfänge variieren. Doch übertreiben Sie nicht und bleiben Sie bei der direkten, juristisch korrekten Sprache.
  • Verwenden Sie die richtigen juristischen Terminologien: Juristische Fachbegriffe sind dazu da, dass sie genannt werden. Schließlich fassen sie einen Bereich oder einen Sachverhalt korrekt zusammen.
  • Wiederholen Sie lieber, als etwas falsch zu formulieren: Die juristische Sprache ist in der Regel sehr genau. Verwenden Sie lieber einen Begriff aus einem Gesetz doppelt, anstatt diesen falsch anzugeben. Schreiben Sie z.B. nicht statt „Rechtspfleger“ „Betreuungsrechtspfleger“.
  • Verwenden Sie bestimmte Schlagworte: Besonders wichtig ist es, das richtige Schlagwort zu nennen, weil oft der Korrektor die Klausurlösung hiernach bewertet. Am besten überlegen Sie sich vor jeder Antwort, welches Schlagwort zum konkreten Sachverhalt gehört.
  • Vermeiden Sie Rechtschreibfehler: Bitte beachten Sie, dass Sie die korrekte Rechtschreibung verwenden, denn auch hierbei können schnell Missverständnisse entstehen.
  • Verwenden Sie nur Abkürzungen, die gebräuchlich sind: Neben Rechtschreibfehlern sollten Sie auch Abkürzungen vermeiden, die missverständlich sind.

Denken Sie allgemein bei der Klausurbearbeitung daran, dass Ihr Text von einem Menschen gelesen wird. – Nur etwas, das der Korrektor verstehen kann, kann er auch bewerten.

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09. Oktober 2015 | Kategorie: Lerntipps |