Süchtige Betreute – Dilemma für Berufsbetreuer

Suchthilfesystem in Deutschland auf dem Prüfstand

Wer als Berufsbetreuer/in bereits jüngere süchtige Menschen zu betreuen hatte, kennt das Dilemma: An einem Tag hat man einen vernünftig handelnden Menschen vor sich, am nächsten Tag eine Person, die Erklärungen abgibt oder Handlungen tätigt, deren Tragweite sie selbst nicht absehen kann.

Wenn der süchtige Betreute, nachdem eine Betreuung eingerichtet worden ist, dennoch ohne seinen Betreuer handelt, bleibt nichts anderes übrig, als im Einzelfall zu beurteilen, ob die von ihm abgegebenen Erklärungen wirksam sind. Kann der Süchtige Wesen, Bedeutung und Tragweite des Ganzen einsehen und sein Handeln danach ausrichten?

Außerdem ist zu berücksichtigen, dass die Bestellung eines Betreuers nicht länger als notwendig dauern darf (§ 1908d Abs. 1 BGB). Die Anordnung der Betreuung wird daher voraussichtlich aufgehoben, sobald die Voraussetzungen wegfallen sind bzw. nicht mehr vorliegen. Spätestens nach sieben Jahren muss das Gericht erneut entscheiden, und zwar über die Aufhebung oder Verlängerung der Betreuung. Dass damit noch mehr Unsicherheit für Sie in der Betreuung von Süchtigen hinzukommt, liegt auf der Hand.

Süchtige Personen in der Betreuung – wertvolle Gratis-Downloads

Veranstaltungen zum Thema Sucht und Betreuungsrecht stellen immer wieder die Frage in den Mittelpunkt, warum das Suchthilfesystem in Deutschland so vielen Menschen nicht die Hilfe, die sie benötigen, zusichert. Verbesserungen in der Versorgung Abhängiger sollen mit Mehr →

Share on Pinterest
There are no images.

11. April 2018 | Kategorie: Formulare, Praxisfälle aus der Betreuung |

Abschlussprüfung zum zertifizierten Berufsbetreuer – Februar 2018

Bericht über Vorbereitungstag und Abschlussprüfung zum(r) geprüften Vereins-/Berufsbetreuer(in)

(v. l. n. r.): Prof. Dr. jur. Rolf Jox, VPräsOLG a.D. Peter Winterstein, Dr. med. Annette Haring mit Absolventen der Fernlehrgänge Rechtliche Betreuung der BeckAkademie Fernkurse, 23./24. Februar 2018 in Hamburg.

 

Zwei Fernkurse, eine Prüfung: Mitte Februar 2018 war es wieder soweit. Die Teilnehmer des Fernkurs für zertifizierte Vereins-/Berufsbetreuung und des Fernlehrgang Berufsbetreuer(in) mit Hochschulzertifikat fuhren diesmal an die Nordseeküste nach Hamburg zur Abschlussprüfung. Lesen Sie hier, wie die Kursteilnehmer/Innen ihr Fernstudium bei der Beck Akademie FERNKURSE bewältigt haben und welche Ziele sie nun mit ihrem erreichten Abschluss verfolgen.

Viele lernintensive Monate hatten sich die Teilnehmer/Innen auf ihr Ziel, zertifizierter Berufsbetreuer oder Vereinsbetreuer zu werden, vorbereitet. Nun war es soweit, die Prüfungsvorbereitung und die eigentliche Abschlussprüfung standen bevor.

Repetitorium (Crash-Kurs) und Get2Gether mit gemeinsamen Abendessen – Tag 1

Das Zusatzangebot der BeckAkademie Fernkurse dauert einen Tag lang: Als sich die Prüfungsteilnehmer/Innen am Freitag zum Repetitorium (Crash-Kurs) im Commundo Tagungshotel Hamburg einfanden, lernten sie auch die anderen Teilnehmer und die Referenten des Fernkurses persönlich kennen.

Der Crash-Kurs soll das erlernte Wissen nicht nur festigen, sondern auch offene Fragen klären. Die gemeinsame Motivation und der Abbau von Prüfungsängsten war auch dieses Mal das angestrebte Ziel. Mehr →

Share on Pinterest

09. April 2018 | Kategorie: Abschlussprüfung, Erfahrungsbericht |

Gezahlte Betreuervergütung kann nicht zurückgefordert werden

Berufsbetreuer können sich auf Vertrauensschutz berufen

Wenn Rechtspfleger oder Bezirksrevisoren bei einem Vergütungsantrag feststellen, dass Ihnen als Berufsbetreuer in der Vergangenheit zu Unrecht eine höhere Vergütungsstufe anerkannt worden ist, kann das für Sie sehr teuer, um nicht zu sagen, existenzgefährdend werden. Dieser gängigen Praxis hat nun eine „kleine“ Entscheidung widersprochen, was allerdings für Berufsbetreuer enorm wichtig sein dürfte.

Laut Beschluss des Amtsgerichts (AG) Marsberg vom 19.12.2017 (Az. 2 XVII 45/11 H) wird ein ergangener Beschluss des gleichen Amtsgerichts zugunsten einer Berufsbetreuerin abgeändert, in dem es um die Rückforderung einer bereits gezahlten Betreuervergütung ging.

Zusammengefasst handelte es sich um die Rückforderung eines Unterschiedsbetrag von 499,20 €. Diesen Betrag sollte die Berufsbetreuerin an die Landeskasse zurückzuzahlen. Nach dem Beschluss des Amtsgerichts Marsberg wird der Betrag stattdessen auf 187,20 € festgesetzt und die Erinnerung zurückgewiesen. Zusammen mit dem Widerspruch stellt das Gericht gleichzeitig etwas Wichtiges klar: Berufsbetreuer können sich generell auf Vertrauensschutz berufen. Mehr →

Share on Pinterest

03. April 2018 | Kategorie: Praxisfälle aus der Betreuung, Urteile |

Zur Unbetreubarkeit

Wenn der Betroffene den Kontakt mit dem Berufsbetreuer verweigert

An der Erforderlichkeit einer Betreuung kann es im Einzelfall fehlen, wenn der Betroffene jeden Kontakt mit seinem Betreuer verweigert und der Berufsbetreuer dadurch handlungsunfähig ist, wodurch eine Unbetreubarkeit vorliegt. Bei der Annahme einer solchen Unbetreubarkeit ist allerdings Zurückhaltung geboten. Wenn der Betroffene eine Betreuung wünscht, das Gericht jedoch diese wegen Unbetreubarkeit des Betroffenen aufhebt, so muss das Gericht notfalls einen Betreuerwechsel vornehmen.

Der Fall: Für den 1990 geborenen Betroffenen wurde mit Beschluss des Amtsgerichts vom 22. März 2016 eine Berufsbetreuerin für umfassende Aufgabenkreise, u. a. Vermögenssorge, Wohnungsangelegenheiten, Vertretung gegenüber Versicherungen und Renten- sowie Sozialleistungsträgern angeordnet. Es gab jedoch Schwierigkeiten in der Betreuungsführung zwischen dem Betroffenen, seiner Mutter und der Berufsbetreuerin.

Schließlich hob das Amtsgericht die Betreuung auf, da der Betroffene nicht „betreuungsfähig“ sei. Nachdem das Landgericht die hiergegen gerichtete Beschwerde des Betroffenen zurückwies, entschied der Bundesgerichtshof (BGH) über die Rechtsbeschwerde des Betroffenen. Mehr →

Share on Pinterest

26. März 2018 | Kategorie: Corinna Hell, Praxisfälle aus der Betreuung, Urteile |

Zur Betreuerauswahl: Nahe Verwandte haben Vorrang

Bei gewichtigen Gründen kann aber ein Berufsbetreuer vorgezogen werden

Hat ein Betroffener einen nahen Verwandten, zu dem er eine persönliche Bindung unterhält, als seinen rechtlichen Betreuer benannt, kann dieser nur dann zugunsten eines Berufsbetreuers übergangen werden, wenn gewichtige Gründe des Wohls des Betroffenen der Bestellung des nahen Verwandten entgegenstehen.

 

Der Fall: Für die Betroffene, die aufgrund einer Conterganschädigung gehörlos ist, wurde ihre Mutter 2007 als Betreuerin eingesetzt. Nur soweit es ein Zwangsversteigerungsverfahren und Postangelegenheiten (mit Ausnahme der Post des Betreuungsgerichts) betraf, wurde eine andere rechtliche Betreuerin bestellt. 2008 übertrug das Amtsgericht dieser Betreuerin auch die vermögensrechtlichen Angelegenheiten. Trotz der Beschwerde der Betroffenen hat das Landgericht eine Berufsbetreuerin für den Aufgabenkreis der Vermögenssorge statt der Mutter der Betroffenen bestellt. Hiergegen wendet sich die Betroffene mit ihrer Rechtsbeschwerde an den Bundesgerichtshof (BGH).

Der Beschluss des BGH vom 19.07.2017, Az. XII ZB 390/16

Zunächst wies der BGH darauf hin, dass die Beschränkung der Rechtsbeschwerde auf die Betreuerauswahl zulässig sei. Da die Betreuerauswahl nicht rechtsfehlerfrei erfolgt sei, ist die Rechtsbeschwerde begründet. Mehr →

Share on Pinterest

15. März 2018 | Kategorie: Corinna Hell, Praxisfälle aus der Betreuung, Urteile |

Mit den BeckFernkursen die eigene Qualität als Berufsbetreuer nachweisen

Warum sich auch für Vereinsbetreuer der Beck-Fernkurs lohnt

Der Alltag für Berufsbetreuer ist mehr als ausgefüllt. Daher zollen wir jedem, der sich neben der berufsbegleitenden Weiterbildung auch noch einer Abschlussprüfung stellt, großen Respekt! Die meisten unserer Absolventinnen und Absolventen geben als Grund für ihre Anmeldung zur Prüfung an, dass sie einen Nachweis ihrer Qualifikation als Berufsbetreuer/innen benötigen. Auch der langjährige Vereinsbetreuer Rolf Offenwang gab den Wunsch nach einem Qualifizierungsnachweis als Grund für all seine Mühen an.

Rolf Offenwang ist studierter Religionspädagoge. Bereits seit vielen Jahren arbeitete er für einen Betreuungsverein der Caritas. Dort ist er, gemeinsam mit anderen Betreuern, für insgesamt 55 betreute Menschen zuständig. Den Fernkurs für zertifizierte Vereins-/Berufsbetreuung belegte Herr Offenwang, weil er so während seiner Fortbildung auch für seine Betreuten da sein konnte.

Als der Vereinsbetreuer sich durch seinen letzten Lernbrief durchgearbeitet und die dazugehörige Einsendeklausur bestanden hatte, meldete er sich zur Abschlussprüfung in Freising bei München an.

Referenten und Prüfer der BeckAkademie Fernkurse (v. l. n. r.): Prof. Dr. jur. Rolf Jox, Dr. med. Annette Haring und VPräs OLG a.D. Peter Winterstein mit Absolventen der Fernlehrgänge Rechtliche Betreuung der BeckAkademie Fernkurse, 03./04. Februar 2017 in Freising/München. (© C.H.BECK VERLAG oHG)

 

Hier, im Kardinal-Döpfner-Haus, traf er sich zum ersten Mal mit den anderen Prüfungsteilnehmerinnen und -teilnehmern. Gemeinsam ging es am Tag vor der Prüfung ins Repetitorium (Crash-Kurs), wo alle relevanten Inhalte noch einmal wiederholt und aufgefrischt sowie offene Fragen beantwortet wurden. Die Kontakte und Gespräche, die sich in den Pausen entwickelten, konnte Rolf Offenwang mit den anderen abends beim Get2Gether im Weihenstephaner Bräustüberl auf dem sogenannten „Nährberg“ vertiefen. Bei bayerischem Essen in fröhlicher Runde entspann sich ein reger, informeller Austausch, übrigens auch mit den Referenten, die ebenfalls gekommen waren.

Am nächsten Tag wurde es wieder ernst: Die 4-stündige schriftliche Abschlussklausur und das anschließende Kolloquium standen an. Rolf Offenwang bestand die Prüfung – Gratulation!

Begehrter Qualifizierungsnachweis der BeckAkademie Fernkurse − und das TÜV®-Personenzertifikat auf Wunsch!

Mit der begehrten Prüfungsurkunde Geprüfte(r) Vereins-/Berufsbetreuer(in) kann Herr Offenwang nun nachweisen, dass er seine verantwortungsvolle Betreuungsarbeit nach höchsten Qualitätsstandards erfüllt und rechtlich abgesichert und fachlich hochqualifiziert betreut. Zusätzlich hat er die Möglichkeit, sich ohne weitere Kosten sein TÜV®-Personenzertifikat „TÜV®-geprüfter Berufsbetreuer“ von der Personenzertifizierungsstelle des TÜV NORD ausstellen zu lassen. Damit können auch Sie Ihre Bewerbung um anstehende Betreuungsfälle sowie Ihren beruflichen Werdegang insgesamt entscheidend nach vorne bringen!

Share on Pinterest

11. März 2018 | Kategorie: Erfahrungsbericht |

Fernstudium Bachelor Berufsbetreuer nächster Starttermin Sommersemester 2018

Informieren Sie sich persönlich über diesen attraktiven Fernstudiengang für Berufsbetreuer

Das Wintersemester 2017/2018 ist mit 34 eingeschriebenen Studenten gestartet. Für Ihre Planung geben wir hier die nächsten Start- und Einschreibtermine bekannt und möchten Sie zudem herzlich zur nächsten Infoveranstaltung mit unserem Kooperationspartner, der Hochschule Wismar/WINGS GmbH, einladen.

Nächster Starttermin ist das Sommersemester 2018. Die Einschreibefrist wurde bis Ostern (31. März 2018) verlängert. Hier können Sie sich einschreiben.

 

Über die Infoveranstaltung Fernstudium Bachelor Berufsbetreuer

Bei unseren Infoveranstaltungen können Sie sich sehr ausführlich und unverbindlich über das Fernstudium Bachelor Berufsbetreuer informieren. So bekommen Sie Antworten auf Fragen und Details zu folgenden Inhalten:

  • Überblick über das Fernstudienkonzept
  • Infos zu den Zulassungsvoraussetzungen
  • Wie läuft das Studium im Einzelnen ab?
  • Organisation und Einblick in Studieninhalte

Danach wissen Sie besser, ob und wann das Fernstudium für Sie infrage kommt. Außerdem treffen Sie hier auf Mitarbeiter der Hochschule Wismar, die das Fernstudienkonzept persönlich vorstellen und Infos zum nächsten Start des Fernstudiums geben können. Anschließend haben Sie hier vor Ort die Möglichkeit, offene Fragen zu besprechen.

Termine & Anmeldung

Zur Anmeldung für die unverbindliche Infoveranstaltung am 17. Mai 2018 um 17 Uhr in Hamburg klicken Sie einfach auf den Termin und füllen Sie das Formular der Hochschule Wismar/WINGS GmbH aus. Mehr →

Share on Pinterest

08. März 2018 | Kategorie: Hochschule Wismar |

Lehrvertrag − mehr Lebensqualität für Ihre jungen Betreuten

Auf diese Formalien müssen Sie bei der Antragsstellung achten

Wenn sich ein Unternehmen bereit erklärt, Ihren Betreuten auszubilden, ist das meist ein Grund zur Freude. Noch besser ist es, wenn Ihr Betreuer die Ausbildungsstelle so bald wie möglich antreten kann und die Angehörigen sie oder ihn sicher aufgehoben wissen. Der passende Antrag, zeitnah gestellt, ist folglich mehr als „nur reine Formsache“. Schließlich zeigt er sowohl dem Betreuungsgericht, als auch den Familienmitgliedern Ihre gute Arbeit als Berufsbetreuer/in auf.

 

Meist hat die von Ihnen betreute Person mehrere infrage kommende Ausbildungswerkstätten oder -betriebe besichtigt. Durfte Ihr Betreuter dort zur Probe arbeiten, zeigt Interesse an der Arbeit und bringt das notwendige Geschick im Umgang mit den Arbeitsmaterialien, Werkzeugen oder dem Computer vor Ort mit? Klingt das Angebot der Ausbildungsstätte in Ihren Augen seriös? Dann dürfte einer Ausbildung nicht mehr viel im Wege stehen. Mehr →

Share on Pinterest

07. März 2018 | Kategorie: Praxisfälle aus der Betreuung |

Qualität in der Berufsbetreuung durch mehr Vergütung und mehr Kontrolle?

Was die GroKo für Berufsbetreuer/innen plant

Mehrfach wurden die Fraktionen im Deutschen Bundestag darum gebeten, einen Gesetzesentwurf zur längst überfälligen Anpassung der Vergütung von Berufsbetreuern vorzulegen. Doch mehrfach wurde dieses Anliegen vertagt. Der Beschluss des vorherigen Bundestages wurde nicht mehr im Bundesrat behandelt und muss daher nun neu gefasst werden. Was genau zum Betreuungsrecht im neuen Koalitionsvertrag festgehalten ist und wie – oder ob – sich dies für Ihre Berufsbetreuung auswirkt, lesen Sie hier.

Als im September 2017 der Bundestag neu gewählt worden war, war der Wunsch nach Anpassung der Stundensätze für Berufsbetreuer an die tatsächlichen Gegebenheiten bereits vertagt. Gleichzeitig häuften sich die öffentlich formulierten Anliegen aus Politik und Gesellschaft, dass die Qualität in der Pflege dringend verbessert werden müsse. Auch die Ergebnisse aus der Forschung bestätigten dies. Eine zeitnahe Nachbesserung in Qualität und Vergütung für Berufsbetreuer scheint also unumgänglich. Mehr →

Share on Pinterest

03. März 2018 | Kategorie: Aktuelles |

Umstellung der ehrenamtlichen Betreuung in eine Berufsbetreuung

Nutzen Sie das praktische Musterschreiben für Ihre Antragsstellung beim Betreuungsgericht

Im Regelfall darf der rechtliche Betreuer, der mehr als 10 Betreuungen führt, diese Betreuungen berufsmäßig führen (§ 1 Abs. 1 VBVG). Damit Sie zügig als Berufsbetreuer/in vergütet werden, sollten Sie den Antrag zur Umstellung Ihrer ehrenamtlichen in eine Berufsbetreuung möglichst zeitnah mit der Aufnahme der 11. Betreuung stellen. In letzter Zeit sind wir öfter von unseren Fernkursteilnehmer/innen nach einem passenden Musterschreiben gefragt worden. Diesem Wunsch kommen wir hiermit gerne nach! Mehr →

Share on Pinterest

02. März 2018 | Kategorie: Formulare, Praxisfälle aus der Betreuung |

← Ältere Artikel