Ihre Vergütung als Berufsbetreuer

Das können Sie als Berufsbetreuer verdienen

Die Vergütung des Berufsbetreuers wird in Monatszeiträumen bestimmt, § 5 Abs. 1 und 2 VBVG.

Dabei richtet sich die Höhe der Vergütung des Berufs- und Vereinsbetreuers nach dem sog. Pauschalsystem. Das heißt, der Betreuer erhält nicht die tatsächlich aufgewendete Zeit vergütet, sondern es wird je nach Dauer der Betreuung und dem Aufenthalt (Heim oder nicht Heim) des betreuten Menschen ein bestimmten Stundenansatz je Monat zugebilligt, § 5 VBVG. Dieser Stundenansatz unterscheidet nochmals, ob der betreute Mensch vermögend oder mittellos ist. Hier finden Sie den pauschalierten Zeitaufwand pro Monat gemäß § 5 Abs. 1 und 2 VBVG:

Zeitraum                     Aufenthalt im Heim              Aufenthalt nicht im Heim

                                    Vermögend / Mittellos             Vermögend / Mittellos

1. bis 3. Monat             5,5 Stunden/4,5 Stunden        8,5 Stunden/7,0 Stunden

4. bis 6. Monat             4,5 Stunden/3,5, Stunden       7,0 Stunden/5,5 Stunden

7. bis 12. Monat           4,0 Stunden/3,0 Stunden        6,0 Stunden/5,0 Stunden

ab dem 13. Monat       2,5 Stunden/2,0 Stunden        4,5 Stunden/3,5 Stunden

 

Ihre Stundensatzhöhe

Die zu bewilligende Vergütung beträgt für jede nach § 5 VBVG anzusetzende Stunde einen vorgegebenen Pauschbetrag, § 4 Abs. 1 VBVG. Dabei ist es unerheblich, ob die Vergütung der vermögende Betreute selbst oder die Staatskasse bei Mittellosigkeit zu zahlen hat. Vorgesehen sind diese drei Vergütungsstufen in § 4 Abs. 1 VBVG:

Stundensatz:  27,00 €

Voraussetzungen: Allgemeine Eignung (§ 1897 Abs. 1 BGB)

Stundensatz:  33,50 €

Voraussetzungen: Besondere Kenntnisse wurden durch eine abgeschlossene Lehre oder     eine vergleichbare abgeschlossene Ausbildung erworben

Stundensatz: 44,00 €

Voraussetzungen: Kenntnisse wurden durch eine abgeschlossene Ausbildung an einer Hochschule oder durch eine vergleichbare abgeschlossene Ausbildung
erworben

Ihre besonderen Fachkenntnisse entscheiden über die Vergütungsstufe

Besondere Fachkenntnisse sind nur solche Kenntnisse oder Fertigkeiten, die über das jedermann zu Gebote stehende Wissen hinausgehen, die regelmäßig nicht nur durch Lebenserfahrung erworben werden und die für die Führung von Betreuungen generell oder hinsichtlich bestimmter Aufgabenkreise hilfreich sind (BT-Drs. 13/7158 Seite 13; BayObLG BtPrax 2000, 81). Solche (durch eine abgeschlossene Ausbildung vermittelten) Fachkenntnisse wirken allerdings nur dann vergütungssteigernd, wenn sie auch für die konkrete Betreuung nutzbar sind. In der Rechtsprechung sind unterschiedlichste Entscheidungen ergangen, welche abgeschlossene Ausbildung oder welches Studium zu einem erhöhten Stundensatz berechtigt. Es empfiehlt sich für Sie, mit dem Rechtspfleger des Betreuungsgerichts die Stundensatzhöhe zu klären, bevor Sie als Berufsbetreuer tätig werden.

Merke:

Für die Stundensatzhöhe kommt es im Einzelfall nur darauf an, dass der Berufsbetreuer über besondere Fachkenntnisse verfügt, die er durch eine abgeschlossene Ausbildung oder ein Studium erworben hat, und die für die Führung der Betreuungsgeschäfte „nutzbar“ sind. Nicht entscheidend ist, ob er sie tatsächlich konkret einsetzen muss.

Wichtiger Hinweis:

Ein erfolgreicher Prüfungsabschluss des Fernkurs für zertifizierte Vereins- / Berufsbetreuung und der Erwerb des Prüfungs-Zertifikats kann für Sie ggfs. die Möglichkeit bieten, bei Ihrem Rechtspfleger des zuständigen Betreuungsgerichts eine Erhöhung der Vergütungsstufe zu beantragen!

Was deckt der Stundensatz ab?

Der Stundensatz des Berufs- und Vereinsbetreuers deckt nicht nur seinen Tätigkeitsaufwand ab, sondern auch alle anfallenden Auslagen, so. z.B. Fahrt- und Telefonauslagen, § 4 Abs. 2 Satz 1 VBVG.

 

So berechnen Sie Ihre Vergütung

Die Vergütungsmonate beginnen immer mit der erstmaligen Bestellung eines Betreuers, auch wenn Sie als Berufs- oder Vereinsbetreuer erst später bestellt werden sollten. Sie müssen zunächst feststellen, in welchem Vergütungsmonat sich die Betreuung befindet. Dann ist zu prüfen, ob der Betreute seinen gewöhnlichen Aufenthalt in einem Heim hat oder nicht, des Weiteren, ob er vermögend oder mittellos ist. Jetzt können Sie aus § 5 Abs. 1 und 2 VBVG den Stundenansatz entnehmen. Diesen vervielfältigen Sie mit der Anzahl der Monate, die Sie abrechnen wollen, unter Beachtung von § 9 VBVB (immer 3, 6, 9, 12 Monate abrechnen). Diese errechnete Summe multiplizieren Sie mit Ihrem Stundensatz.

 

1. Fallbeispiel:

Sie werden als Berufsbetreuer mit Beschluss des Betreuungsgerichts München bestellt, der am 10.07.2001 wirksam wird. Der vermögende Betreute wohnt selbständig. Sie können als Betreuer Ihre abgeschlossene Ausbildung als Krankenpfleger für die Betreuung nutzbar einsetzen. Sie möchten am 20.04.2002 Ihre Vergütung für die Zeit vom 11.01. bis 10.04.2002 erlangen und stellen am 20.04.2002 einen entsprechenden Antrag auf Festsetzung, der wie folgt lauten könnte:

Vergütung Fallbeispiel 1

2. Fallbeispiel:

Sie werden als Berufsbetreuer mit Beschluss des Betreuungsgerichts München bestellt, der am 10.07.2001 wirksam wird. Der mittellose Betreute wohnt in einem Pflegeheim. Sie können als Betreuer Ihr Hochschulstudium der Sozialpädagogik nutzbar einsetzen. Außerdem haben Sie bisher in einer kirchlichen Einrichtung gearbeitet und einen Lehrgang zum Betreuungsrecht belegt. Sie möchten am 20.04.2002 Ihre Vergütung für die Zeit vom 11.01. bis 10.04.2002 erlangen und stellen am 20.04.2002 einen entsprechenden Antrag auf Festsetzung, der wie folgt lauten könnte:

 

Sie haben Fragen zu Ihrer persönlichen Vergütungsstufe und Eignung als Berufsbetreuer?

Kontaktieren Sie uns, wir helfen Ihnen gerne weiter.